Deutsche Auswanderer in Lateinamerika

Bereits seit mehr als 200 Jahren wanderten Millionen Menschen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich nach Lateinamerika aus. Zwar waren ihre Hauptziele Brasilien, Argentinien und Chile, aber auch in anderen lateinamerikanischen Staaten wie Mexiko, Costa Rica und Panama bilden sie bedeutende Minderheiten. In den meisten Fällen kann ihre genaue Zahl jedoch nur geschätzt werden, da es in den Ländern der Region keine Erfassung der Einwohner nach Nationalitäten gibt. 

 

Mexiko

Obwohl das Land geografisch zu Nordamerika gehört, wird es aufgrund der spanischen Amtssprache zu Lateinamerika gezählt. Mexiko ist mit mehr als 130 Millionen Einwohnern das größte spanischsprechende Land der Welt. Dazu gehören mehr als 150.000 deutschstämmige Personen. Die deutsche Botschaft in Mexiko nennt eine Zahl von 20.000 deutschen Staatsbürgern, die im Land ansässig sind. Sie leben hauptsächlich in den Großstädten wie Mexiko-Stadt, viele auch in den Provinzen Chiapas und Yucatán. 

 

Die wichtigsten Bestimmungen für einen Aufenthaltstitel

Deutsche Staatsbürger können nach Mexiko visafrei einreisen und sich dort bis zu 180 Tage pro Jahr aufhalten. Aufgrund seines warmen Klimas eignet sich das Land daher ideal zum Überwintern. Möchten Sie jedoch länger bleiben, muss vor der Einreise bei der zuständigen diplomatischen Vertretung Mexikos eine Aufenthaltserlaubnis beantragt werden. Ein Touristenvisum kann nicht in eine Aufenthaltserlaubnis umgewandelt werden. Nach der Einreise muss innerhalb von 30 Tagen die örtliche Filiale des Nationalen Migrationsinstituts INM aufgesucht und eine Aufenthaltskarte beantragt werden.

 

Es gibt verschiedene Wege, um eine befristete oder unbefristete Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Dazu gehören zum Beispiel die Heirat mit einem mexikanischen Staatsbürger oder ein gemeinsames Kind. Viele Deutsche bekommen ihren Aufenthaltstitel auch mit einem Arbeitsvertrag. Digitale Nomaden können sich mit einem befristeten Visum bis zu 4 Jahre lang in Mexiko aufhalten. Dafür müssen sie ein monatliches Einkommen von mindestens 1.620 USD oder ein Bankguthaben von mindestens 27.000 USD nachweisen. 

 

Rentner können zunächst eine befristete Aufenthaltserlaubnis beantragen, die später in eine Daueraufenthaltserlaubnis umgewandelt werden kann. Die finanziellen Voraussetzungen dürften jedoch für die meisten Rentner nicht erreichbar sein, weil eine Mindestrente von 2.500 bis 4.000 €/Monat verlangt wird. Es gibt keine klaren Vorgaben. 



Costa Rica

Der Name des mittelamerikanischen Landes bedeutet auf Deutsch “reiche Küste”. Er soll auf Kolumbus zurückgehen, dem bei seiner Landung dort der viele Goldschmuck der Einheimischen auffiel. Das Land liegt zwischen Nicaragua im Norden und Panama im Süden und ist besonders bei Rentnern beliebt. 

 

Auf der etwa 50.000 km² großen Fläche Costa Ricas leben ungefähr 5 Millionen Einwohner, darunter ca. 20.000 deutsche Staatsbürger. Wegen der Nähe zu den USA ist die Anzahl der US-Amerikaner erheblich höher. 

 

Die wichtigsten Bestimmungen für einen Aufenthaltstitel

Staatsbürger der DACH-Länder können visafrei einreisen und sich bis zu 180 Tage im Land aufhalten. Wer länger bleiben möchte, muss einen Aufenthaltstitel beantragen. Das kann nach der Einreise bei der Einwanderungsbehörde Dirección de Migración y Extranjería, DGME, erfolgen. Die Voraussetzungen sind relativ leicht zu erfüllen, da Rentner lediglich eine monatliche Rente von 1.000 USD (ca. 860 €) nachweisen müssen. Rentistas (Rentiers) benötigen ein stabiles Einkommen von 2.500 USD/Monat (ca. 2.130 €/Monat) aus Kapitalerträgen und ähnlichen Quellen oder ein Bankguthaben von 60.000 USD. Investoren, die mindestens 150.000 USD anlegen, erhalten ebenfalls einen Aufenthaltstitel. Digitale Nomaden müssen Einkünfte von 1.000 USD belegen können. Alle Einwohner müssen sich obligatorisch in der staatlichen Sozialversicherung CCSS versichern. Die aktuellen Bestimmungen können auf der offiziellen Webseite Visit Costa Rica nachgelesen werden.



Panama

Der Staat Panama nimmt den schmalsten Teil der zentralamerikanischen Landbrücke ein. Er grenzt an Costa Rica im Westen und Kolumbien im Osten und ist vor allem durch den gleichnamigen Kanal bekannt, der die Karibische See mit dem Pazifik verbindet. In den letzten Jahren wählen immer mehr Rentner aus Deutschland, der Schweiz und Österreich Panama als Alterswohnsitz. Im Vergleich zu den US-Amerikanern ist ihre Anzahl zwar noch klein, wächst aber kontinuierlich. 

 

Die wichtigsten Bestimmungen für einen Aufenthaltstitel

Staatsbürger der DACH-Staaten können sich bis zu 90 Tage visafrei in Panama aufhalten. Wer länger bleiben möchte, muss vor Ort eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Diese muss zwingend durch einen in Panama registrierten Anwalt eingereicht werden. Die Bearbeitungszeit kann bis zu 6 Monate betragen. Für einen Aufenthaltstitel gibt es 3 Optionen: das Friendly-Nations-Visa, das Pensionado-Visum, für das eine Mindestrente von 1.000 USD/Monat (ca. 850 €) erforderlich ist, oder das Investoren-Visum, das eine Geldanlage in Höhe von 200.000 USD entweder in Immobilien oder Festgeld erfordert. Die genauen und aktuellen Angaben zu den Einreisebestimmungen stehen auf der Webseite der panamaischen Botschaft in Deutschland.



Worauf sollte man achten?

Wir empfehlen, sich rechtzeitig über die aktuellen Bestimmungen für die Erteilung eines Aufenthaltstitels zu informieren, da diese sich kurzfristig und ohne Ankündigung ändern können. Zu den besten Informationsquellen gehört die für Sie zuständige diplomatische Vertretung des Ziellandes. Selbst wenn für die Beantragung die persönliche Anwesenheit vor Ort nicht erforderlich sein sollte, raten wir dennoch, das Zielland als Tourist zu besuchen und sich dort gründlich umzusehen. Für Unterstützung bei der Beantragung eines Aufenthaltstitels sollten Sie Experten, Anwälte oder Unternehmen mit gutem Ruf und langer Erfahrung wählen.